Brauchen Unternehmen einen Social Media Manager ?

Beginnt ein Unternehmen sich mit dem Thema „Social Media“ auseinander zu setzen, kommt schnell die Frage auf, wie das Thema intern organisiert werden kann. Die meisten Unternehmen scheinen prinzipiell bei der Einführung des Themas  recht planlos vorzugehen, wie die Studie Digital Brand Expressions zeigt.

Dabei spielt das Thema „Prozesse und Organisation“ zunächst eine untergeordnete Rolle. Im täglichen „Doing“ stellt man dann doch schnell fest, dass es ohne interne Verantwortlichkeiten schwer ist einen laufenden Betrieb der Social Media Aktivitäten aufrecht zu erhalten und zu koordinieren. Social Media betrifft meiner Meinung nach intern nicht nur eine Stelle im Unternehmen (z.B. Vertrieb/Marketing) sondern berührt fast alles Unternehmensbereiche, wie HR, IR, PR, Produktmanagement, Customer Care, Vorstand etc. Hier gilt es vorallen die Schnittstellen zu koordinieren und zu managen.

In einem Social Media Seminar wurde gerade dieses Thema heiß diskutiert. Dort wurde u.a. die Meinung vertreten, dass das Thema Social Media ein klassisches Change-Management Thema ist. Von daher bräuchten Unternehmen eher einen „Social Media Change Agent“ anstatt einen Social Media Manager der die Aktivitäten „von oben“ koordiniert.

Wie sehen Sie dieses Thema?

  • Brauchen Unternehmen einen „Social Media Manager“?
  • Wie sähe eine Stellenbeschreibung aus?
  • Oder braucht es diese Stelle überhaupt nicht?

Ich bin gespannt auf Ihre Meinung und freue mich über jeden Kommentar!!!

Anbei Kommentare aus meiner Xing-Umfrage:

Kommentar von Andreas Kuhn, Inhaber Kuhn Marketing Service

Hallo Herr Bloser,

das kommt wahrscheinlich darauf an wie aktiv das Unternehmen im Bereich Social Media ist. Da das Thema sich ganz schnell sehr ausweiten kann, kann es sinnvoll sein eine Person einzusetzen, die sich voll und ganz um dieses Thema kümmert und evtl. bei weiterem Bedarf eine eigene Social Media Abteilung mit eigenen (und/oder auch externen) Mitarbeitern gründen kann. So kann diese Peson von Anfang an wirklich alle Kanäle „im Griff“ haben und wirklich gut betreuen. Und ganz wichtig neue Kanäle finden und die Entwicklung beobachten. Nicht zu vergessen ist dabei aber auch die Gesamtstrategie des Unternehmens – wie aktiv möchte das Unternhemen in diesem Bereich sein / werden? Wie wichtig ist das Thema im Gesamtkontext? Wichtig ist meiner Meinung auch, dass diese Person sich in möglichst vielen Bereichen des Unternehmens gut auskennt und ein gut funktionierendes internes Netzwerk hat.

Kommentar von Thomas Weiß, businesstreffpunkt http://www.businesstreffpunkt.de

Für größere Unternehmen ist es sicherlich ganz sinnvoll einen „Social Media Manager“ bzw. Foren-Betreuer – oder wie auch immer man es nennen mag – zu haben. Foren und soziale Netzwerke sind schließlich interaktiv. Das heißt, Kunden und Netzwerk-Kontakte befinden sich im ständigen Dialog mit dem Unternehmen. Vor allem soziale Netzwerke und Foren bieten hocheffiziente Möglichkeiten, gerade mit Bestandskunden in Kontakt zu bleiben. Insofern wird es für Unternehmen auch immer wichtiger, eigene Foren zu betreiben. Ein eigenes Forum aufzubauen und tagtäglich gem. TMG zu überwachen, wäre z.B. eine Aufgabe für einen „Social Media Manager“. Aber auch die ständige Präsens in Netzwerken wie XING ist ein nicht zu unterschätzender Zeitaufwand – gerade wenn das Unternehmen in mehreren Netzwerken AKTIV sein will.
Da ich selbst schon mehrere Foren aufgebaut habe und diese auch betreibe, kenne ich den Zeitaufwand. Ich biete dies auch als Dienstleistung für KMU’s an.

Kommentar von Adrian  Gluchow, Geschäftsführer http://www.adkima.de/:

Hallo,
Ich kann mich meinen Vorschreibern prinzipiell nur anschließen. An erster Stelle muss ein sinnvolles Konzept sein. Danach ist es wichtig, dass die Verantwortung möglichst an einer Stelle zusammenläuft. Ob das jetzt ein extra Angestellter, eine Agentur o.ä. ist, hängt ganz und gar von der Strategie und dem Konzept ab.

Was auf jeden Fall auch richtig ist, dass man da ganz schnell viel Aufwand reinstecken kann. Und man kann ganz schnell viel Aufwand ohne Ergebnis verbrauchen, aber auch mit der richtigen Strategie gute Erfolge erzielen. Aus diesem Grund halte ich es für keine schlechte Idee, zumindest bei der Konzeption einen Profi mit ins Boot zu holen, damit man das Rad nicht jedes Mal neu erfinden muss.

Viele Grüße und viel Erfolg.
Adrian Gluchow

Kommentar von Katharina Rosch, Journalistin und Grafik-Designerin http://www.journalistin-bs.de/

Es muss nicht unbedingt ein Social Media Manager sein, jedoch sollte jedes Unternehmen, welches im Bereich Soical Media aktiv ist oder werden will, einen Mitarbeiter für die Aufgabe Social Media aussuchen. Noch wichtiger ist es, Social Media mit einem Konzept zu betreiben, die Ziele und die Art der Social-Media-Aktivität hängen ganz wesentlich miteinander zusammen.
Gibt es bereits ein Kommunikationskonzept? Sollen die Mitarbeiter einbezogen werden, twittern oder bei Facebook mitmachen? Wenn ja, muss vorher auch klar sein, was die Firma verlassen darf und was intern zu bleiben hat.
Auf keinen Fall einfach loslegen, denn das kann auch gewaltig nach hinten losgehen und im besten Fall nur wenig bis gar nichts bewirken.

Mehr zum Thema:

->> Was ist eigentlich dieser Social Media Manager?




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7 Antworten zu “Brauchen Unternehmen einen Social Media Manager ?

  1. Ich finde, dass Unternehmen, die sich mit SoMe beschäftigen, auch eine Kontrolle, Leitung und Überwachung der Aktivitäten benötigen. Dies alles sollte von einem SoMe-Manager beaufsichtigt werden.

    Eine mögliche Stellenbeschreibung könnte kurz formuliert wie folgt aussehen:
    Bitte zeigen Sie uns Ihre Aktivitäten in den sozialen Netzwerken auf und berichten Sie von Ihren bisherigen Erfolgen mit Multiplikatoren und Meinungsbildnern. Des Weiteren sollten Sie ein Digital Immigrant oder noch besser ein Digital Native sein, der sich online zu Hause fühlt.

    Es wird sogar schon ein Studiengang zum Social Media Manager angeboten: http://www.asstelblog.de/?p=363

    Der Bedarf dieser Stelle ist durchaus gegeben.

  2. Hallo Sonja, vielen Dank für Deinen Kommentar! Darf ich fragen, wie ihr das Thema bei Asstel aufgesetzt habt?

  3. Wir haben Anfang 2010 gemeinsam mit unserer PR-Agentur ein SoMe-Konzept aufgesetzt, welches aktiv seit Anfang Mai betrieben wird.
    Fünf Mitarbeiter (die so genannten Botschafter) dürfen einen Teil Ihrer Arbeitszeit in sozialen Netzwerken verbringen. Unser Marketing-GF hat hierzu auf dem Blog Finance 2.0 ein Interview gegeben: http://electrouncle.wordpress.com/2010/06/29/6-fragen-und-zusatzfrage-asstel-prokunde-uber-blogs-social-media-erste-positive-erfahrungen-und-eine-hymne/
    Hier findest Du weitere Details zu unserem Konzept, den Zielen und der Reason Why.
    Viele Grüße,
    Sonja

  4. Hallo Sascha,

    erst einmal beglückwünsche ich Dich zur Entscheidung einen Blog zu führen. Die Frage finde ich durchaus interessant, sie lässt sich aber nicht einfach beantworten.
    Ich denke, dass alle Unternehmen einen sehr langen und auch konfliktreichen Weg zurücklegen müssen, bis sie das soziale Internet wirklich verstanden haben und der soziale Aspekt menschlichen Konsumverhaltens entsprechend tief in die Unternehmensstrategie integriert ist. Social Media ist weder ein neues Medium noch eine etwas angepasste Version des klassischen Online Marketings.
    Was eigentlich auch bedeutet, dass es sehr schwer ist einen externen Berater ins Haus zu holen, der einem zeigt wo es lang geht.
    Da es sich bei Social Media vor allem um einen Prozess der Kulturveränderung handelt, benötigt man Menschen, die einen Gesamtüberblick haben bzw. behalten. Hierzu kann ein oder sogar mehrere Social Media Manager sinnvoll sein. Diese „Position“ lässt sich aber nicht ohne weiteres in klassische Hierarchiemodelle integrieren, zumal Social Media mit starren Hierarchien sowieso kaum funktioniert. Der Social Media Manager ist demnach ein Veränderungsmanager, der über breit gefächertes Wissen und auch ein entsprechendes Standing verfügen sollte, denn er muss gegen Widerstände Veränderungen herbeiführen und er muss die Social Media Mentalität im Unternehmen verbreiten, weil Social Media eigentlich keine Aufgabe von Stabsstellen ist.
    Der Social Media Manager benötigt aber entsprechende Multiplikatoren und sollte nach Möglichkeit in jeder Abteilung eine Art Abgesandten finden. Und was ich für absolut unverzichtbar halte. Social Media gelingt nur, wenn es wichtige und anerkannte Unternehmenspersönlichkeiten gibt, welche das Thema sicht- und fühlbar mittragen. Dies sollte dann zum Beispiel eine Person auf Vorstands- oder Geschäftsüfhrungsebene sein.

    Ob die hier in den Kommentaren genannten konkreten Beschreibungen eines Social Media Managers richtig sind mag ich nicht endgültig zu beurteilen, ich bezweifle allerdings, dass es ausreicht eine Person zu suchen, die Erfahrungen in sozialen Netzwerken hat und oder ein Digital Native ist. Die Integration von Social Media hat wie gesagt mit Widerständen zu tun und dass es auch und gerade „Digital Natives“ nicht so leicht fällt die etablierten und zumeist mächtigeren Personen an den entscheidenden Stellen zu überzeugen, erleben wir ja beinahe täglich, wenn wir im Internet mal wieder über Verlage, Musikunternehmen, Politiker + Co lesen, die gegen jede Vernunft das Internet auszubremsen versuchen.

    • Hallo Boris,
      vielen Dank für Deinen Kommentar! Dem kann ich nur 100% zustimmen!
      Danke u Gruß in meine alte Heimat!
      Sascha

  5. Pingback: Fachwissen für (kommende) Social Media Manager | Versicherung2.0

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