Deutsche Versicherungen reif für Social Media?

Das Institut für Versicherungswesen der FH Köln hat ein neues Paper zum Thema „Social Media Reifegrad in der Versicherungswirtschaft“ veröffentlicht. Ziel ist es, die Güte der Social Media Aktivitäten eines Versicheres zu messen.

Ein Versicherungsunternehmen ist dann „reif“ im Sinne einer Social Media Strategie, wenn es in der Lage ist, digital einen versicherungsnahen Dialog zu generieren. Dies stellt sich durchaus als Herausforderung dar und ist somit zentrales Zielkriterium.

Die Messung der Güte in Form eines Ratings setzt sich aus 5 Dimensionen (Teilratings) zusammen, die mit verschiedenen Key Performance Indicators (KPI) gemessen werden:

Abbildung 1: Schematische Darstellung der Reife-Dimensionen und KPI’s inkl. Beispielrating

Die Ergebnisse der Untersuchung, bei der 24 Serviceversicherer, 15 Direktversicherer und 13 öffentliche Versicherer begutachtet wurden, sind weitgehend ernüchternd:

  • kein deutsches Versicherungsunternehmen konnte im Social Media Reifegrad-Rating die höchste Stufe erreichen
  • Je Reife-Dimension gibt es jedoch mindestens zwei Versicherungen, die das höchste Teil-Rating erzielen
  • Bei den Serviceversicherern kann kein Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße bzw. den Beitragseinnahmen und der Social Media Reife erkannt werden. Selbst Vertreter der Top 5 nach Bruttoprämien schneiden in der Gesamtsumme mit 0 Sternen ab

Abbildung 2: Ratingverteilung der untersuchten Serviceversicherer (Stand Mai 2012)

  • auch 27% der Direktversicherer sind weitgehend inaktiv

Abbildung 3: Ratingverteilung der untersuchten Direktversicherer (Stand Mai 2012)

  • bei den öffentlichen Versicherern weisen die TOP 3 nach Beitragseinnahmen die höchste Reife auf

Abbildung 4: Ratingverteilung der untersuchten öffentlichen Versicherer (Stand Mai 2012)

Die Authorinnen weisen darauf hin, dass das vorgestellte Reifegardmodell noch einige Schwächen aufweist, wie z.B. das recht grobe 3-Sterne Rating und der Einschränkung auf rein öffentlich zugängliche Daten. Eine Überarbeitung des Papers wird bereits für Ende 2012 angekündigt.

Bei der Interpretation des Ratings ist zudem die eigene strategische Ausrichtung des Unternehmens relevant (falls es die gibt🙂 ) . Zielt ein Unternehmen z.B. auf maximal standardisierte Services und Kommunikation ab, so ist der (individuelle) Dialoggedanke damit nicht vereinbar.

Das Paper „Social Media Reifegradmodell für die deutsche Versicherungswirtschaft“ können Sie hier herunterladen: –>> Download

Weitere Infos:

–>> Social Media Matrix – Orientierung für die Versicherungsbranche

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